Warum Fabeln so “fabelhaft” sind ;-)

Wenn man sagt, etwas sei so fabelhaft, dass man es fast nicht glauben möchte, dann ist damit meistens gemeint: Das klingt ziemlich unglaubwürdig, fast unvorstellbar.

Damit sind wir auch schon bei den “Fabeln”, die wirklich in diesem Sinne “fabelhaft” sind: Es sprechen dort nämlich Tiere. Da kann zum Beispiel ein Rabe ein Stück Fleisch im Schnabel haben und der Fuchs bringt ihn dazu, mal laut zu krächzen. Dabei fällt das Fleisch natürlich runter und der Fuchs hast sein Ziel erreicht.

Wir sehen also:

In einer Fabel können Tiere sprechen, aber sie verhalten sich wie normale Menschen.

Dann muss nur noch geklärt werden, warum die Fabeldichter auf Tiere zurückgreifen.

Das hängt damit zusammen, dass sie den Menschen bestimmte Wahrheiten klarmachen wollen. Nun gibt es aber kaum Menschen, die sich von anderen sagen lassen, was richtig ist und was sie nicht tun sollten.

Deshalb ist man auf den Trick gekommen, diese “Wahrheit” erst mal zu verpacken. Das läuft dann so:

  1. Es gibt ein Problem.
  2. Der Mensch mit dem Problem will sich damit nicht auseinandersetzen.
  3. Deshalb erzählt man ihm eine Geschichte, bei der das Problem fast ein bisschen versteckt wird, indem man plötzlich von Tieren spricht.
  4. Wenn dann der Angesprochene begriffen hat, was bei den Tieren falsch gelaufen ist oder anders sein sollte, dann macht man den Sprung zurück und sagt: Bei dir ist das genauso.
  5. Bei einem solchen Ablauf funktioniert es eher, dass eine Wahrheit angenommen wird: Denn sie wurde ja erst mal woanders ausprobiert, ohne dass es einem selbst schon wehgetan hätte.

 

Sehr schön kann man  das an einem Beispiel sehen:

Da sind zwei Freunde, Marc hat eine Freundin, sein Freund Ronny keine. Beide sind fußballbegeistert und Ronny leidet darunter, dass Marc auf seine Freundin Rücksicht nehmen muss oder will. Deshalb schimpft er bei jeder Gelegenheit über Mädchen, Das wird dem Marc irgendwann zu viel, aber er sagt es Ronny nicht direkt, sondern erzählt ihm die Geschichte von dem Fuchs und den Trauben. Der Fuchs springt immer wieder hoch, erreicht die Trauben nicht und erklärt dann einfach einigen Vögeln, die zuschauen: “Die Trauben sind sauer - so was fresse ich nicht.”

 

Anschließend begreift Ronny langsam, was das mit ihm zu tun hat: Marc hat den Verdacht, dass er deshalb so schlecht über Mädchen redet, weil er selbst keine Freundin hat.

 

Ausführlicher kann man diese Geschichte übrigens auf dieser Seite nachlesen:

https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-gelsenbeck-ronny-trauben

 

Halten wir also fest:

  1. Eine Fabel ist eine kurze Geschichte, in der Tiere miteinander reden.
  2. Meistens geht es um ein Problem, bei dem sich zwei Seiten gegenüberstehen.
  3. Am Ende steht eine Art Lehre, die auf Menschen übertragen werden kann.
  4. Es geht also bei der Fabel darum, den Menschen auf einem Umweg eine Sache klarzumachen. Das hat den Vorteil, dass nicht von vornherein Widerstände da sind.
  5. Erst kommt die Erkenntnis der Wahrheit - aber eben bei Tieren, dann erst kommt die Übertragung auf einen selbst als Mensch.
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