Vorbereitung auf das mündliche Abitur - das heißt: rechtzeitig üben

Wer zum ersten Mal im mündlichen Abitur versucht, mit dem Lehrer länger als eine Minute zu reden, hat schlechte Karten.

Deshalb raten wir: Rechtzeitig anfangen und üben.

Wir liefern hier entsprechende "Spielplätze", wo man sich schon mal austesten kann.

Das machen wir in der Form, dass wir zu aktuellen Abiturthemen kleine Gesprächseinheiten herausgreifen und zeigen, wie man es machen kann.

Am besten probiert man es erst mal mit einem Mitschüler aus, der schaut sich unsere Fragen an und passt sie ggf. an. Der andere versucht, die Fragen, möglichst gut zu beantworten.

Hinterher bespricht man das - und nimmt sich dann ein nächstes Beispiel, wo man die Rollen zum Beispiel vertauscht.

Unser Teilthema: Wieso ist Faust ein besonderes Werk (Entstehungszeit)?

Unser Schüler hat sich zum Beispiel mit Hilfe einer Übersicht von uns gut auf das Thema "Faust" vorbereitet

https://schnell-durchblicken3.de/index.php/themen/goethe-faust/261-01-faust-erster-ueberblick

und auch noch ein passendes Schaubild im Kopf.

Mat1271 Goethes Faust Abitur SB Entstehung

Damit ist er bestens vorbereitet, wie wir gleich sehen werden.

Beispiel für einen möglichen Teil der mündlichen Abiturprüfung

Lehrer: Wir haben im Unterricht ja Goethes "Faust" behandelt - und das ist ja ein ganz besonderes Werk, was die Entstehung angeht.

  • Ein kluger Schüler erkennt sofort, worauf das hinausläuft und legt los:
  • Goethes Faust gilt ja als das wichtigste Werk Goethes - und das Besondere ist, dass es ihn während des ganzen Lebens begleitet hat.

Lehrer: Was heißt das denn konkret?

  • Nun bereits in seiner Jugend hat er erste Szenen entwickelt - das war noch in der Zeit des Sturm und Drang - und besonders an der Ausgangssituation Fausts sieht man ja das Stürmische und Drängende.

Lehrer: Wieso?

  • Faust ist unzufrieden mit seinem Professorendasein, will wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält.
  • Dabei ist er bereit, alles auszuprobieren und nimmt sogar den Selbstmord als radikale Lösung in Kauf.

Lehrer: Wieso passt das überhaupt nicht zur Klassik, der Goethe sich ja später zugewandt hat?

  • Klassik bemüht sich ja um Bildung, also eine organische Entwicklung hin zu einer Art Gleichgewicht und Harmonie.
  • (An der Stelle ergreift der Schüler die Initiative:)
  • Das sieht man am Prolog im Himmel, den Goethe während seiner klassischen Periode eingefügt hat.

Lehrer (überrascht): Wieso ist der klassisch?

  • Hier wird ja Fausts Treiben in einen größeren Zusammenhang eingeordnet - sein dunkles Streben wird vom Herrn, also Gott zu etwas Natürlich-Positivem erklärt, er verwendet ja das Bild des Gärtners.

Lehrer: Wieso ist es vor dem Hintergrund des Prologs denn nun wichtig, dass Goethe noch einen zweiten Teil des Faust geschafft hat.

  • (Schüler wird langsam übermütig:)
  •  Tatsächlich war das ziemlich knapp. Während der erste Teil 1808 erschienen ist, hat Goethe sich mit dem zweiten bis 1830 Zeit gelassen - und zwei Jahre später war er tot. Er hätte also nicht viel früher sterben dürfen.
  • Was die Frage nun angeht: Der zweite Teil endet ja damit, dass Faust nach all seinem Streben und Irren wirklich vom Herrn gerettet wird - wobei Gretchen als eine Art himmlische Königin eine entscheidende Rolle spielt.
  • Die Voraussage des Herrn, was das Streben seines "Knechts", so wird Faust ja bezeichnet, ist am Ende eingetroffen - Faust hat sein Lebensziel erreicht und Mephisto schaut auf jämmerliche Weise in die Röhre.

 Auswertung:

  •  Insgesamt hat dieser Prüfungsteil etwas über 2 Minuten gedauert. In der Praxis wird das wohl etwas mehr sein, weil man als Schüler ja doch etwas mehr Zeit braucht, um seine Gedanken zu ordnen.
  • Das bedeutet, dass eine 10 bis 15 Minuten  lang dauernde mündliche Prüfung etwa 5 bis 6 solcher Gesprächsteile enthalten kann.

Unser kleiner Test kann hier als mp3-Datei heruntergeladen werden:

 

 

 

 

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